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Evas Blog – Der Moralische Daumen III

  • vor 4 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Wider den moralischen Rigorismus!


Eva Adamski regt sich über SUVs auf

SUVs regen mich auf: wie kann mensch sich erdreisten, so viel Platz für sich einzufordern, mit seiner Riesenkarre mir den Blick auf die Umgebung zu verstellen, ohne dabei das notwendige Mehr an Extra-Parkgebühren zu zahlen, wie es sich ziemen würde, wenn es eine gerechte Parkraumbesteuerung gäbe. Von der Ressourcenverschwendung und dem hohem Spritverbrauch ganz zu schweigen. Ich beobachte mich dabei, wie ich in Verzweiflung gerate, was dazu führen kann – je nachdem wie gut ich geschlafen habe oder wie erfreulich mein bisheriger Tagesverlauf war – dass ich die Insassen der Riesenautos verfluche, ihnen einen Unfall wünsche und so manches andere garstige Zeug. Ich habe auch schon ein böses Chanson zum Thema geschrieben. Das kam in meiner Bubble gut an. Aber ich habe es aus meinem Repertoire gestrichen. Ersatzlos. Warum?


Neulich auf einer Party in Bonn. Ich will nach Hause. Die Bahn habe ich verpasst. Ich darf bei Bekannten, die in etwa den gleichen Weg haben, in ihrem Auto mitfahren. Es ist ein VW-SUV namens Touareg. Ich zögere nicht, steige ein und genieße die Fahrt im muckelig warmen, gut gepolstertem Fond. Und ich unterhalte mich. Ich unterhalte mich angeregt mit den reizenden Besitzer:innen des Gefährts, die mich bis zur Haustür chauffieren. Hat mich die Mit-Nutzung des überdimensionierten Vehikels korrumpiert?! Vielleicht. Ich merke, dass mir das Verfluchen der SUVs nicht mehr so leicht gelingt, seitdem ich realisiere, dass tatsächlich der eine oder der andere nette und hilfsbereite Mensch darin unterwegs ist. 


Ich kann SUVs immer noch nicht leiden. Ich finde, sie sind ein anachronistisches Ärgernis in einer Welt, von der jedes Kind inzwischen weiß, dass wir uns und unseren Lebensstil unbedingt und zwar schnell und gründlich downsizen müssen. Was hat sich denn dann für mich verändert? Ich atme aus. Ich halte inne – immer eine gute Sache – und fahr mich in meinem moralischen Absolutheitsanspruch runter. Wer bin ich denn, dass ich mir anmaße, anderen Menschen vorzuschreiben, wie groß ihr Auto sein darf? Denn Selbstgerechtigkeit will ich mir nicht vorwerfen lassen!


Leider hilft das nicht. Wenn ich ehrlich bin, halte ich eine Ablehnung der SUVs weiterhin für moralisch geboten; und ich verstehe nicht, wie ein verantwortungsbewusst denkendes Wesen das anders sehen kann. Jaja Freiheit! Vonwegen! Geh mir weg mit Freiheit. Du hast die Freiheit, deine hart erarbeitete Kohle für VW Touaregs, Flugreisen, feinstes Fleisch und Luxuskreuzfahrten auszugeben. Und ich habe die Freiheit, das doof zu finden. Und wenn wir uns begegnen, vielleicht in Deinem VW-Touareg, in den du mich höflich eingeladen hast, darin Platz zu nehmen, können wir uns ja darüber unterhalten. Mit allem Respekt und Taktgefühl und unter Wahrung der Formen allgemeiner Höflichkeit. 


Liebe SUV-Fahrerin, ich wünsche Dir stets eine gute und vor allem sichere Fahrt und dass sich in Deinem Hirn die eine oder andere Erkenntnis durchsetzen möge, von der ich oben geschrieben habe. Und bis dahin nehme ich, wenn es sich ergibt, gerne dein freundliches Angebot an, ab und zu Deine temporäre Beifahrerin zu sein. 



Eva Adamski denkt über Car-Sharing nach

Ansonsten: schon mal was von Car-sharing gehört? Davon gerne ein anderes mal:-)


Liebste Grüßchen aus der Schreibstube


Deine Eva

Eva Adamskis Unterschrift


 
 
 

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