Evas Blog – Der Moralische Daumen II
- 31. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Wofür ich mein Geld ausgebe

Liebes Menschenkind,
Ich bin privilegiert. Ich habe einen gut bezahlten, unentfremdeten und sicheren Job in der Teaching-Industry. Ich verdiene meine Brötchen und meine Miete an einer städtischen Lehr- und Erziehungsanstalt, dir nicht genannt werden will. Dort bringe ich meinen Studierenden Moraltheologie und so manches andere bei. Das macht Freude und wird trotzdem gut bezahlt; so gut, dass ich es mir leisten kann, mir im Laufe meines langen Lebens ein paar psychische Defekte anzueignen, die es erforderlich machen, in Teilzeit zu arbeiten. So habe ich Zeit für Dich und meine Lieder. Und ich bete täglich, dass das noch lange so bleiben möge.
Aber die großen Sprünge hinein ins eigene Auto oder ins Eigenheim, auf die Südseeinsel, aufs eigene Hausboot, oder in den eigenen Garten zu den Blumen und den Kohlrabi, die bleiben mir wohl auf ewig verwehrt ( – es sei denn Du klickst wie eine Wahnsinnige meine Songs auf den üblich-verdächtigen Streamingportalen). Ich drehe die Euros um. Auf hohem Niveau.

Und ich kann mir was leisten! Statt eines zwei-wöchigen Urlaubs in einer Ferienwohnung am Meer miete ich für freundliches Geld ein paar Tage das wunderbare Studio 25 am Holzmarkt in Berlin und obendrein noch einen Tonmeister, Jens Müller, um meiner wahren Leidenschaft zu folgen: meine Lieder aufzunehmen. So geschehen in den ersten Tagen dieses Jahres. Weihnachtsferien. Schneekaltes, vereistes Berlin mit Stromausfall – Gottseidank nicht im Studio. Und ich bin so glücklich, dass ich wieder mit Jens arbeiten konnte. Und im Juli geht es weiter, da muss ich nochmal ran, die Aufnahmen neu machen, nicht alle, aber ein paar, weil da geht noch mehr. Und ich will MEHR. Nicht mehr Geld, aber mehr das echte, authentische Ich-Ding. Da stehe ich zu. Das darf mich was kosten: Geld, Zeit, Blut, Schweiß und Tränen. Alles für dich und für mich.

Ach ja, mein neues Bühnenoutfit lasse ich mir schneidern von der wunderbaren Belinda Janke, die praktischerweise ihr Atelier in unmittelbarer Nachbarschaft hat. Das wird was: Spitze, Samt und Seide. Alles für mich. Und für Dich. Am 05.02. darf ich es zum ersten Mal auf die Bühne tragen, im Café Franck in Ehrenfeld.
Komm vorbei gucken und hören. Alles, mein Geld, mein Herzblut, meine Lieder, mein Leben für Dich. Und du tust mir – wenn Du willst – was in den Hut.
Liebste Grüßchen aus der Schreibstube
Deine Eva










Was ist denn ein ß ???
Klingt nach astreiner Prioritätensetzung! Neben dem Text macht mich übrigens auch das ß hier ganz ganz glücklich <3