Evas Blog – Der Moralische Daumen IV
- 4. März
- 2 Min. Lesezeit
Teilvegan ist auch vegan – warum Ermutigung die Welt rettet

Liebe Veganer:innen,
Ihr seid meine Held:innen. Ehrlich! Ihr esst Pflanzen, rettet Tiere, schützt das Klima – und zeigt, dass Denken Konsequenzen haben kann. Dafür: Chapeau und ein großes Dankeschön!
Aber sagt mal, wozu braucht es diesen Absolutheitsanspruch? Neulich auf Instagram: Ein Mensch gibt zu, er könne nicht auf Parmesan verzichten – und wird daraufhin zerrissen wie ein Tofu-Schnitzel im Fleischwolf der Empörung. Dabei gehört doch gerade dieser Parmesanheld gefeiert! Denn jeder Schritt zählt. Nicht Perfektion rettet das Klima, sondern der Mut, anzufangen.
Wer Menschen für kleine Fortschritte verspottet, sorgt nicht für Wandel, sondern für Rückzug. Lasst uns lieber applaudieren, wenn jemand von 100 Prozent Fleisch auf 43 Prozent umstellt (die restlichen 57 Prozent sind meiner Erfahrung nach erstaunlich leicht ersetzbar).

Denn, Hand aufs Kochlöffelherz: Die Welt retten lässt sich nicht in Schwarz-Weiß, Fleisch-oder-kein-Fleisch, Heilig-oder-Schuldig.
Es gibt viele Grautöne – oder besser: Grüntöne.
Ich selbst lebe mit einem wunderbaren Mann zusammen, der Fleisch liebt, wie andere Katzenvideos. Meine Mission, ihn zum Gemüsegourmet zu bekehren, ist gescheitert.
Also koche ich „teilvegan“ – ein Wort, das ich erfunden habe und nie mehr hergeben will.
Meine Top 3 teilveganen Rezepte?
Spaghetti Bolognese: 57 % weniger Hack, dafür 57 % mehr gutes Gewissen – denn das isst bekanntlich auch mit!
Frikadellen: Rinderhack trifft Möhre, Petersilie, Nuss und – ja, Parmesan.
Lasagne: Mit Belugalinsen statt Rinderhack und Käse von glücklichen Almkühen.
Übrigens: Es gibt Gegenden – karge Deiche, Moore, Almen –, da wächst schlicht kein Salat. Keine Kartoffel, keine Linse, kein Apfelbaum. Und genau dort leisten Schafe, Ziegen und Kühe großartige Arbeit als Landschaftspfleger:innen. Sie verwandeln Unbrauchbares Land in Nahrung. Warum also nicht mit Maß genießen, was sie uns schenken? Bewusst, dankbar und ohne schlechtes Gewissen.

Es geht nicht darum, die eigene Moral zu zelebrieren oder andere zu belehren.
Es geht darum, dass wir als Gesellschaft überleben – und das schaffen wir, wenn wir es gemeinsam wollen.
Dafür braucht es drei Dinge:
Inspiration: Danke an alle Veganer:innen dafür.
Ermutigung: Wer lobt, wird gehört.
Feier kleiner Erfolge: Weil jeder Schritt zählt.
Perfektion blockiert, Pragmatismus bewegt. Statt Dogmen brauchen wir Dialog, statt Häme Humor. Denn am Ende gilt: Nicht Perfektion rettet das Klima, sondern der Mut, anzufangen.
Ganz liebe Grüßchen aus der Schreibstube
Deine Eva

Und weil es so schön war, gibt es hier meinen Blogbeitrag nochmal zum Nachhören:


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